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Retrofit1. November 20256 Min. Lesezeit

Retrofit statt Neukauf: Wann sich die Modernisierung wirklich lohnt

Die versteckten Kosten veralteter Anlagen

Ihre Anlage läuft — irgendwie. Aber die Ausfälle häufen sich. Ersatzteile für die alte Siemens S5 oder S7-300 werden immer schwerer beschaffbar und immer teurer. Der letzte ungeplante Stillstand hat Ihre Produktion für drei Tage lahmgelegt. Und bei der letzten Sicherheitsbegehung hat der Prüfer die Stirn gerunzelt.

Das sind die versteckten Kosten veralteter Steuerungstechnik: nicht der große Totalausfall, sondern die schleichende Erosion von Produktivität und Sicherheit. Häufige kleine Störungen, die in Summe Tausende von Euro kosten. Wartungszeiten, die sich verdoppeln, weil die Diagnose an der alten Steuerung mühsam ist. Und das permanente Risiko, dass ein kritisches Bauteil ausfällt, für das es keinen Ersatz mehr gibt.

Retrofit vs. Neukauf: Eine ehrliche Analyse

Wenn die Steuerungstechnik am Ende ist, stehen Sie vor zwei Optionen: komplette Neuanlage oder gezielter Retrofit. Die Entscheidung ist weniger trivial als sie klingt.

Wann lohnt sich ein Retrofit?

Die Faustregel: Wenn die Mechanik Ihrer Anlage noch intakt ist und die Anlage weniger als 20 Jahre alt ist, ist ein Retrofit fast immer die bessere Wahl. Die mechanischen Komponenten — Antriebe, Getriebe, Führungen, Rahmen — sind oft für Jahrzehnte ausgelegt. Was veraltet, ist die Elektronik und die Software. Und genau das modernisieren wir.

Der Kostenvorteil

Ein Retrofit kostet typischerweise 30-60% weniger als eine vergleichbare Neuanlage. Der Grund: Die teure Mechanik bleibt erhalten. Nur Steuerung, Schaltschrank, Verkabelung und Software werden erneuert. Dazu kommt der Zeitvorteil: Ein Retrofit lässt sich in Wochen realisieren, eine Neuanlage dauert oft Monate.

Das Risiko richtig einschätzen

Der größte Vorteil eines Retrofits ist auch der am meisten unterschätzte: Sie behalten eine bewährte Mechanik. Eine Maschine, die seit 15 Jahren zuverlässig produziert, hat ihre Kinderkrankheiten längst hinter sich. Eine Neuanlage muss diese Phase erst durchlaufen.

Was bei einem Retrofit modernisiert wird

Steuerungstechnik

Der Kern jedes Retrofits: Veraltete S5- oder S7-300-Steuerungen werden durch aktuelle S7-1500 mit TIA Portal ersetzt. Alternativ Beckhoff TwinCAT 3 für hochdynamische Anwendungen. Die bestehende Funktionalität wird vollständig migriert — und um moderne Features erweitert.

Visualisierung und Bedienung

Alte OP-Panels und TP170 werden durch aktuelle HMI-Panels mit modernem, intuitiv bedienbarem Interface ersetzt. Kein grüner Monochrom-Bildschirm mehr, sondern Touch-Panels mit Klartextmeldungen, Trendkurven und Diagnosefunktionen.

Kommunikation und Fernwartung

PROFINET und OPC UA ersetzen veraltete Feldbusse wie PROFIBUS DP oder MPI. Das ermöglicht: schnellere Datenübertragung, bessere Diagnose, und vor allem — Fernwartung. Nach dem Retrofit können Sie Ihre Anlage über VPN von überall überwachen, diagnostizieren und optimieren. Ungeplante Stillstände werden durch vorausschauende Wartung reduziert.

Sicherheitstechnik

Viele Bestandsanlagen entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsnormen. Im Rahmen eines Retrofits rüsten wir Safety-Funktionen nach EN ISO 13849 nach — mit fehlersicheren Steuerungen und normgerechter Dokumentation. Das schützt nicht nur Ihre Mitarbeiter, sondern auch Sie bei Audits und behördlichen Prüfungen.

Der EVO-Retrofit-Prozess

Unser Prozess beginnt mit einer detaillierten Bestandsaufnahme: Welche Komponenten sind veraltet? Welche Risiken bestehen? Was sind Ihre Anforderungen an die modernisierte Anlage? Darauf aufbauend entwickeln wir ein Modernisierungskonzept, das Ihre Anforderungen, Ihr Budget und vor allem Ihre Produktionsplanung berücksichtigt.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise und mit minimalem Produktionsausfall. Die neue Steuerungssoftware wird vollständig per Simulation getestet, bevor wir Ihre Anlage anfassen. Die Umstellung selbst planen wir in geplanten Wartungsfenstern. Unsere Erfahrung zeigt: Ein gut geplanter Retrofit amortisiert sich in der Regel innerhalb von 1-2 Jahren — durch erhöhte Anlagenverfügbarkeit, reduzierte Wartungskosten und verbesserte Produktionseffizienz.

Praxisbeispiel: Von der S5 zum modernen TIA Portal

Ein mittelständischer Maschinenbauer betrieb eine Produktionsanlage mit einer 15 Jahre alten Siemens S5-Steuerung. Die Situation: drei ungeplante Ausfälle pro Jahr, keine Ersatzteile mehr verfügbar, keine Fernwartung möglich, veraltete Dokumentation. Ein Neukauf der gesamten Anlage hätte über 250.000 Euro gekostet und die Produktion für Monate stillgelegt.

Die EVO-Lösung: Retrofit auf S7-1500 mit TIA Portal. Neuer Schaltschrank nach DIN EN 61439, vollständige Neuverdrahtung, PROFINET statt PROFIBUS, Fernwartungszugang über VPN. Projektdauer: 6 Wochen inklusive Inbetriebnahme. Produktionsausfall: 5 Tage geplanter Stillstand. Kosten: rund 40% der Neuanlage. Ergebnis nach einem Jahr: null ungeplante Ausfälle, Ferndiagnose bei Störungen in Minuten statt Stunden, vollständig aktuelle Dokumentation.

Ist Ihre Anlage retrofit-reif?

Eine ehrliche Selbsteinschätzung: Wenn Sie drei oder mehr der folgenden Punkte mit Ja beantworten, lohnt sich ein Gespräch über einen Retrofit. Ihre Steuerung ist älter als 10 Jahre. Ersatzteile werden knapp oder teuer. Sie hatten im letzten Jahr mehr als zwei ungeplante Ausfälle. Ihre Dokumentation ist veraltet oder unvollständig. Sie haben keinen Fernwartungszugang. Bei der letzten Sicherheitsprüfung gab es Beanstandungen.

Wenn das auf Ihre Situation zutrifft — sprechen Sie mit uns. Wir analysieren Ihre Anlage und zeigen Ihnen ehrlich, ob sich ein Retrofit lohnt. Kostenlos und unverbindlich.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Kontaktieren Sie uns — wir beraten Sie gerne zu Ihrem Projekt.